Busfahren im Komponistenviertel ist eine tägliche Qual – für die Busfahrer*innen, Fahrgäste und Anwohnenden. Täglich werden hier die Buslinien 172 und 18 durch Falschparker und Gegenverkehr behindert. Aber die Koalition sieht tatenlos zu. Die Volt-Fraktion will die Zustände ändern.
Im jüngsten Regionalausschuss BUHD (Barmbek, Uhlenhorst, Hohenfelde und Dulsberg) stellte die Volt-Fraktion Hamburg-Nord einen konkreten Antrag, um die andauernden Behinderungen der Linienbusse im Quartier zu beenden (Drs. 22-1945).
Das Ziel: Eine Einbahnstraße in Fahrtrichtung des Busses und die Einrichtung einer Lieferzone in der Beethovenstraße. So kann der Linienbus mit deutlich weniger Konflikten Fahrgäste ans Ziele bringen. Doch die Koalition blockt ab – zulasten der Fahrgäste, des Personals und den Anwohnenden.
„Eine funktionierende Stadt sollte bei solch gravierenden Fehlern eingreifen. Es kann nicht sein, dass Fahrgäste nie wissen, ob und wann der Bus kommt.”
— René Pönitz, Sprecher im Regionalausschuss BUHD

Ignoranz gegenüber der Realität vor Ort
Anstelle der Einbahnstraßen könnte auch der Wegfall von Stellplätzen am Fahrbahnrand gefordert werden. Da aber allgemein bekannt ist, dass das Parkraum-Moratorium oberste Priorität der rot-grünen Landesregierung hat, haben wir einen anderen Vorschlag gemacht: Eine Einbahnstraße mit Lieferzone in der Beethovenstraße bei der Post. Außerdem mehr Kontrollen, um Falschparker*innen zu ahnden.
Aber selbst diese milde Form wurde am 16.03. durch SPD, CDU und FDP abgelehnt (am 07.04.2026 bestätigt durch den Hauptausschuss). Damit wird eine besorgniserregende Lücke zwischen politischem Wunschdenken und der Realität auf der Straße offenbart: Die SPD setzt auf die vage Hoffnung, dass kleinere Maßnahmen wie Fahrradbügel das Problem lösen könnten. Die CDU ignoriert das Problem komplett.
Dabei bestätigt die Hochbahn auf Anfrage deutlich:
„Die von Ihnen geschilderten Behinderungen durch Falschparkende, engen Begegnungsverkehr und allgemein schwierige Verkehrsverhältnisse in den Straßenzügen Schumannstraße, Bachstraße und Beethovenstraße sind uns grundsätzlich bekannt. Solche Situationen führen im Betriebsalltag leider immer wieder zu Verzögerungen oder erschwerten Haltestellenanfahrten.“
— Antwort des Kundendialogs der Hochbahn am 25.03.2025
Wenn das Vorhersehbare eintritt: Unfall legt Strecke lahm
Dass es sich nicht um theoretische Probleme handelt, zeigte sich am 24. März gegen 18 Uhr. Beim Versuch, sich durch das Nadelöhr zu manövrieren, touchierte ein Bus ein parkendes Fahrzeug.
Die Folge: Die gesamte Strecke fiel für über zwei Stunden aus. Wir sind überzeugt: Dieser Vorfall wäre durch die von Volt vorgeschlagenen Maßnahmen vermeidbar gewesen.
Das Komponistenviertel dokumentiert das Stocken der Verkehrswende:
- Belastung für das Fahrpersonal: Die Fahrer*innen sind täglich Diskussionen mit Falschparkern ausgesetzt.
- Lärmbelästigung für Anwohnende: Damit der Bus vorankommt, wird die Bushupe bis tief in die Nachtruhe hinein eingesetzt.
- Verspätungen als Systemfehler: Fahrgäste zahlen den Preis für eine ambitionslose Verkehrspolitik.
„Ein funktionierender und verlässlicher ÖPNV ist das Rückgrat der Mobilitätswende. Damit die Bürger*innen Hamburgs bis 2030 nur noch 20% ihrer Wege mit dem Auto zurücklegen, müssen Busse reibungslos durch den Stadtverkehr kommen. Wenn der Bezirk jedoch tatenlos zusieht, wie Busse täglich blockiert werden, kann der Umstieg auf Bus und Bahn nicht gelingen.“
— Antje Nettelbeck, Co-Fraktionsvorsitzende der Volt-Fraktion Hamburg-Nord

Wir rufen die Bürger*innen in Hamburg-Nord auf: Meldet blockierte Busse konsequent bei der Polizei, der Hochbahn oder als Eingabe beim Regionalausschuss (bezirksversammlung@hamburg-nord.hamburg.de) . Nur wenn der öffentliche Druck erhöht wird, können wir die Blockadehaltung der Koalition durchbrechen.
Volt bleibt dran! Wir kämpfen weiter dafür, dass die Sicherheit und Zuverlässigkeit des ÖPNV endlich Vorrang vor dem Parkplatz-Erhalt bekommt. Nicht nur im Komponistenviertel.
