Am 13. April 2026 hat der Kerngebietsausschuss Eimsbüttel einen wichtigen Schritt für mehr Verkehrssicherheit vor der Grundschule Isestraße in Harvestehude beschlossen: Der Antrag der Volt Fraktion Eimsbüttel zur Prüfung einer temporären Schulstraße nach Wiener Vorbild wurde einstimmig angenommen. Damit setzt der Ausschuss ein klares Zeichen: Die Sicherheit von Schulkindern im Straßenverkehr hat Priorität – und das bereits, bevor ein ernsthafter Unfall passiert.
Das Problem: Eine enge Straße, eine wachsende Schule
Die Grundschule Isestraße wurde 2025 neu gegründet und befindet sich im Abschnitt zwischen Nonnenstieg und Heilwigstraße – einer engen, unübersichtlichen Einbahnstraße mit Parkbuchten auf beiden Seiten. Bereits in der aktuellen ersten Ausbaustufe mit rund 50 Kindern berichten Schulleitung und Elternrat von wiederkehrenden Konflikten im Straßenverkehr. Die Schule wird in den kommenden Jahren schrittweise auf bis zu 250 Schülerinnen und Schüler anwachsen – und damit auch das Verkehrsaufkommen rund um die täglichen Bring- und Abholzeiten, durch Autos, Fahrräder und zunehmend auch Lastenräder.
Das „Elterntaxi“-Problem ist keine Eimsbütteler Besonderheit. Es tritt an Schulen überall in Hamburg und deutschlandweit auf. Aber die räumliche Situation an der Isestraße macht die Lage besonders heikel: Wer die Straße kennt, weiß, wie wenig Spielraum dort bleibt, wenn gleichzeitig Autos rangieren, Kinder die Fahrbahn queren und Lastenräder aneinander vorbei müssen.
Unser Lösungsansatz: Das Wiener Modell
Als Volt Fraktion Eimsbüttel haben wir frühzeitig gehandelt, statt zu warten, bis ein Unfall die Diskussion erzwingt. Unser Antrag schlägt die Einrichtung einer sogenannten Schulstraße nach dem bewährten „Wiener Modell“ vor: Der Straßenabschnitt direkt vor der Schule wird temporär – also nur zu den Schulanfangs- und -endzeiten – für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt. Kinder und Radfahrende erhalten in dieser Zeit den gesamten Straßenraum. Anlieger können weiterhin passieren, niemand wird dauerhaft eingeschränkt.
Dieses Modell ist international erprobt und hat in Wien, aber auch in zahlreichen anderen europäischen Städten gezeigt, dass es die Sicherheitssituation vor Schulen messbar verbessert – ohne erhebliche Einschränkungen für die Nachbarschaft.
Was jetzt geprüft wird
Durch den angenommenen Antrag wird der Vorsitzende der Bezirksversammlung das zuständige Fachamt beauftragen, die konkrete Umsetzbarkeit zu prüfen. Dabei sollen folgende Punkte ausdrücklich berücksichtigt werden:
- Radverkehr in beide Richtungen – rechtssichere Freigabe, auch für das zu erwartende hohe Lastenradaufkommen
- Ausnahmeregelungen für Anlieger, damit Anwohnerinnen und Anwohner nicht unverhältnismäßig belastet werden
- „Kiss-and-Ride“-Zonen in der näheren Umgebung als alternative Haltebereiche für Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen möchten
Die Ergebnisse der Prüfung sollen dem Kerngebietsausschuss spätestens in der Sitzung am 8. Juni 2026 vorgestellt werden.
Ein Erfolg – und ein Anfang
Die einstimmige Annahme des Antrags ist ein ermutigendes Signal. Sie zeigt, dass die Dringlichkeit des Themas von allen Fraktionen im Ausschuss geteilt wird. Für uns als Volt Fraktion Eimsbüttel ist dieser Beschluss aber erst der Anfang: Entscheidend ist, was die Verwaltung aus dem Prüfauftrag macht und ob bis zum Sommer ein konkretes Umsetzungskonzept auf dem Tisch liegt.
Wir werden den Prozess weiter begleiten und uns dafür einsetzen, dass die Schulstraße noch vor dem nächsten Schuljahr – wenn die Schülerzahl weiter steigen wird – in die Realität umgesetzt wird.
Bildquelle: Minderbinder (CC BY-SA 4.0)
