Im Hirschpark berichtet eine Infotafel über die Kaufleute und Reeder Johann Cesar IV. und Johann Cesar VI. Godeffroy, die den Hirschpark errichten und weiter ausbauen ließen. Ein Bürger störte sich berechtigter Weise an Formulierungen über sklavenähnliche Arbeit und informierte die Bezirksverwaltung.
Die gegenwärtige Darstellung auf der Tafel im Hirschpark ist auch aus unserer Sicht problematisch, da das Leid verschleppter Arbeiter nicht zur Sprache kommt. Die fehlenden Kontextualisierung kann sogar den Eindruck erwecken, sklavenähnliche Arbeit sei eine legitime Methode kaufmännischen Handelns gewesen.

Aus diesem Grund haben wir uns im Februar kurzerhand entschlossen, die Eingabe des Bürgers aufzugreifen und dazu einen Antrag in die Bezirksversammlung einzubringen. Darin fordern wir eine angemessene Darstellung, die das menschliche Leid, das vom Menschenhandel sowie sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen ausging, in einer der Schwere des Themas angemessenen Form behandelt.
Dazu hat sich der Förderkreis Historisches Blankenese e. V., der die Tafel aufgestellt hat, erfreulicherweise sehr schnell bereiterklärt. Inzwischen stehen wir in einem sehr konstruktiv Austausch. Dem Förderkreis ist selbst daran gelegen, das mit der sklavenähnlichen Arbeit verbundene menschliche Leid deutlicher zu thematisieren und historisch korrekt darzustellen. Ein erster Textentwurf dazu liegt uns seit einigen Tagen vor.
Damit ist das Ziel unseres Antrags – der im Moment noch zur weiteren Beratung im Ausschuss für Kultur und Bildung liegt – praktisch erreicht. Wir haben daher entschieden, dass wir unseren Antrag nun zurückziehen werden.
Den Besucher:innen des Hirschparks wird sich dann hoffentlich sehr bald eine überarbeitete Tafel präsentieren, die den Ansprüchen einer aufgeklärten, um eine angemessene Darstellung ihrer Geschichte bemühten Gesellschaft vollumfänglich entspricht.
Link zum Antrag, den wir nun zurückziehen werden: https://sitzungsdienst-altona.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016336