Hamburg-Nord, 24.02.26 — In der Alsterdorfer Straße wünschen sich Bürger*innen schon länger, dass die Straße sicherer wird. Deshalb hat die Volt-Fraktion einen Antrag für Tempo-30 nahe zweier Zebrastreifen gestellt. SPD, CDU und FDP haben den Antrag abgelehnt – und damit erneut die freie Fahrt von Autos über die Sicherheit von Fußgänger*innen gestellt.
Die aktuelle Verkehrssicherheitsbilanz 2025 der Polizei Hamburg zeigt, dass es eine steigende Zahl von Verkehrsunfällen mit verletzten Fußgänger*innen gibt. Besonders betroffen sind dabei Kinder (+25,2% gegenüber 2024) und Senior*innen (+10,8%). Als Hauptursache für Unfälle mit Personenschaden wird “Geschwindigkeit und Abstand” angegeben.
In einem öffentlichen Beteiligungsverfahren haben sich viele Bürger*innen ausdrücklich für mehr Sicherheit am Zebrastreifen an der Kreuzung Heubergredder ausgesprochen. Dem hat sich die Volt-Fraktion im Regionalausschuss FOLAG angenommen und dort einen Antrag gestellt (Drs. 22-1893). Das Ziel: Am Knoten Heubergredder sollte die Geschwindigkeit reduziert werden.
„Wir kümmern uns um sensible Orte im Verkehrsgeschehen – dort, wo viele Menschen zu Fuß unterwegs sind und Kinder und Senior*innen besonders betroffen sind. Rund um den Knoten gibt es ÖPNV-Zugänge, Buslinien, eine Kita, Gastronomie und Einzelhandel. Genau an solchen Stellen braucht es Tempo-30.“ — Dr. Jörg Bormann, Regionalbeauftragter der Volt-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord
Die neue StVO macht es möglich
Aktuelle Änderungen im Straßenverkehrsrecht geben den Kommunen endlich mehr Möglichkeiten. Geschwindigkeitsbeschränkungen können jetzt auch an Zebrastreifen für mehr Sicherheit, der Verbesserung der Gesundheit oder für den Klima- und Umweltschutz umgesetzt werden.
“Wir können jetzt Risiken reduzieren, bevor etwas passiert – nicht erst danach. Der im offiziellen Beteiligungsverfahren ausgedrückte Bürger*innen-Wille wurde aber von der Koalition ignoriert. Stattdessen wurde unterstellt, die Gefahr in der Alsterdorfer Straße sei eine subjektive Gefühlswahrnehmung.” — Dr. Jörg Bormann, Regionalbeauftragter der Volt-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord
Auto-Koalition blockiert alles
Auch im Regionalausschuss EWi gab es letzte Woche einen ähnlichen Fall. Dort wurde eine sichere Überquerung für Schulkinder blockiert. Die Koalition überlegte stattdessen im Ausschuss, wie man mit Tempo-50 mehr Sicherheit erreichen könnte. Eine Argumentation, die nahezu grotesk klingt, wenn man bedenkt, dass hohe Geschwindigkeit die Hauptursache für Unfälle ist.
Überall wo Tempo-50 hinterfragt wird, blockiert die Koalition. Es lässt sich ein klares Muster erkennen: Autofahrer*innen werden bevorzugt. Egal ob dadurch die Sicherheit von Fußgänger*innen gefährdet wird. Statt einer Umsetzung von offensichtlichen Verbesserungen wird am Tempo-50 auch in Gefahrenbereichen festgehalten.
Kurz gesagt: Hamburg-Nord wird von einer Auto-Koalition regiert.
Volt bleibt dran! Wir werden auch weiter konkrete Vorschläge machen, damit Hamburg-Nord für alle sicherer und lebenswerter wird.