Außengastronomie in Eimsbüttel: Warum wir jetzt handeln müssen

Seit Ende 2024 steht die Außengastronomie in Eimsbüttel unter massivem Druck. Die bisherige Regelung, nach der Gastronomiebetriebe einzelne Parkbuchten als Erweiterungsflächen für Sommerterrassen nutzen durften, ist ausgelaufen – ohne Anschlusslösung und ohne verlässliche Perspektive für die betroffenen Betriebe. Für viele kleine, inhabergeführte Cafés, Bistros und Restaurants war genau diese Möglichkeit jedoch ein entscheidender Baustein, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen.​

Worum es in der Petition geht

Mit der Petition „Eimsbüttels Vielfalt im Gastgewerbe retten: Lösungen für Sommerterrassen 2026“ setzen wir als Volt Fraktion Eimsbüttel gemeinsam mit vielen Anlieger:innen ein klares Zeichen: Die Außengastronomie braucht eine faire, pragmatische und rechtssichere Regelung – und zwar rechtzeitig vor Beginn der Sommersaison 2026.​

Dafür haben wir bewusst ein klar umrissenes Gebiet rund um die Bellealliancestraße gewählt, in dem sich besonders viele kleine, inhabergeführte Gastronomiebetriebe konzentrieren. Dieses Kerngebiet steht exemplarisch für die Situation im gesamten Bezirk und zeigt: Es geht nicht um einzelne Straßenzüge, sondern um die Zukunft eines lebendigen, vielfältigen Stadtteils.​

Bereits 503 Menschen haben die Petition unterschrieben und unterstützen die Forderung nach einer verlässlichen Perspektive für die Eimsbütteler Außengastronomie. Das Hamburger Abendblatt berichtet ausführlich über dieses Engagement und macht deutlich, wie stark die Unterstützung im Viertel ist. Der Artikel ist hier nachzulesen:​​
https://www.abendblatt.de/hamburg/eimsbuettel/article410931657/tische-statt-autos-petition-in-eimsbuettel-fordert-gastronomie-auf-parkplaetzen-01.html

Forderungen an Politik und Verwaltung

Die Petition knüpft an den bereits von Grünen und Volt eingebrachten Antrag „Gastronom:innen den Rücken stärken: Lösungen für Sommerterrassen in 2025 und ein tragfähiges langfristiges Konzept“ an und richtet zwei zentrale Forderungen an die Bezirksversammlung:​

  1. Schnelle, praktikable Lösung für 2026
    Die Bezirksversammlung soll kurzfristig eine Regelung beschließen, die die Sondernutzung von Flächen des ruhenden Verkehrs – also insbesondere Parkbuchten, öffentlich wie privat – für Außengastronomie ermöglicht und noch vor Beginn der Sommersaison 2026 greift.​
  2. Langfristiges Konzept für Planungssicherheit
    Das zuständige Fachamt soll beauftragt werden, ein tragfähiges, langfristiges Konzept für die Außengastronomie über das Jahr 2026 hinaus zu entwickeln, das sowohl den Betrieben als auch der Verwaltung echte Planungssicherheit bietet.​

Dass solche Lösungen funktionieren können, hatte in der Vergangenheit das Nachbarmodell in Altona gezeigt, wo entsprechende Regelungen bis vor Kurzem erfolgreich umgesetzt wurden – doch selbst hier scheint mittlerweile die Fortführung unklar geworden zu sein und es besteht bezirksübergreifend dringender Handlungsbedarf.

Außengastronomie als soziale Infrastruktur

In der öffentlichen Debatte wird Außengastronomie oft auf Lärm, Stellplätze oder kurzfristige Nutzungskonflikte reduziert. Dabei geht es um weit mehr: Die kleinen und mittleren Gastronomiebetriebe in Eimsbüttel sind soziale Begegnungsorte, die das Zusammenleben im Stadtteil prägen.​

Sie schaffen Räume, in denen unterschiedliche Generationen zusammenkommen, kultureller Austausch stattfindet und lokale Vernetzung entsteht. Gerade im dicht besiedelten Eimsbüttel sind solche Orte von unschätzbarem Wert für Lebensqualität und soziale Kohäsion. Die Vielfalt dieses Gastgewerbes zu erhalten, ist deshalb eine Investition in die Zukunft des Bezirks – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich.​​

Politische Blockade statt Planungssicherheit

Trotz der breiten Unterstützung aus der Nachbarschaft und der klaren fachlichen Argumente kommt die politische Entscheidung nur schleppend voran. Die Petition wurde im Januar 2026 in die Bezirksversammlung Eimsbüttel eingebracht, das Thema anschließend aber in den Hauptausschuss am 12. Februar vertagt.​​

Aus unserer Sicht ist diese erneute Verschiebung äußerst problematisch – und in gewisser Weise sogar schlimmer als eine klare Ablehnung. Die fortgesetzte Nichtbehandlung schafft keinerlei Planungs- oder Rechtssicherheit für die betroffenen Betriebe. Für viele von ihnen geht es um die wirtschaftliche Existenz, und ohne verlässliche Perspektive können sie weder seriös planen noch kalkulieren oder investieren.

Hintergrund ist, dass die SPD (und damit eine Hälfte der Koalition) bis dato leider noch nicht davon überzeugt werden konnte, das Thema zu priorisieren bzw. Handlungsbedarf zu sehen und dieses, so zumindest dem Anschein nach weiterhin zur Seite schieben will. In dieser Situation steht Volt derzeit weitgehend allein an der Seite der Gastronomen und Anlieger – unterstützt lediglich von der Linksfraktion, die als einzige weitere Fraktion die Dringlichkeit einer schnellen Entscheidung teilt.​

Warum wir nicht locker lassen

Als Volt Fraktion Eimsbüttel arbeiten wir seit über einem Jahr an einer fairen, praktikablen Lösung für die Außengastronomie im Bezirk. Wir sind in engem Austausch mit Gastronom:innen, Anwohner:innen und Verwaltung und haben – trotz schwieriger Mehrheitsverhältnisse – bereits mehrere konkrete Vorschläge auf den Weg gebracht.​​

Wir sind überzeugt: Ein moderner, lebenswerter Bezirk muss öffentlichen Raum neu denken. Es kann nicht sein, dass Autos fast rund um die Uhr Flächen blockieren, während Orte für Begegnung, Kultur und nachbarschaftliches Miteinander unter Druck geraten. Der Masterplan Parken auf Landesebene mag langfristig wichtige Antworten liefern – aber die Eimsbütteler Gastronomie braucht Lösungen, die schon 2026 wirken.​

Deshalb geben wir nicht auf. Auch wenn der Hauptausschuss das Thema erneut vertagt, werden wir weiter Druck machen – in den Ausschüssen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort.

Was jetzt wichtig ist

Für uns ist klar:

  • Außengastronomie ist Teil der sozialen Infrastruktur in Eimsbüttel, nicht bloß „Sondernutzung“ von Parkplätzen.​
  • Kleine, inhabergeführte Betriebe brauchen eine stabile Perspektive, um in einem ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bestehen zu können.​
  • Politik und Verwaltung müssen jetzt handeln, statt Entscheidungen immer weiter aufzuschieben.

Wir laden alle Eimsbütteler:innen ein, die Petition weiter zu unterstützen, das Gespräch mit der Politik zu suchen und das Anliegen auch im eigenen Umfeld sichtbar zu machen. Jede Unterschrift und jede Stimme hilft, die Vielfalt unseres Bezirks zu erhalten.

Kontakt für Rückfragen:


Volt Fraktion Eimsbüttel
Ansprechpartner: Hr. Christian Grohganz
Mail: fraktion.eimsbuettel@volteuropa.org
Telefon: 040 72374005


Bildquelle:

Avatar von Benutzer Fabien Maurin

Fabien Maurin / unsplash.com

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