
Hamburg, 08.05.2026 – Die Olympischen und Paralympischen Spiele können für Hamburg – und besonders für Altona – eine große Chance sein. Der Volkspark, die Science City Bahrenfeld und die Arenenlandschaft machen den Bezirk zu einem zentralen Baustein einer möglichen Bewerbung. Gleichzeitig gilt: Gerade weil Altona im Mittelpunkt vieler Planungen steht, müssen die Interessen der Menschen vor Ort konsequent mitgedacht werden.
Die Volt Fraktion Altona bekennt sich zum olympischen Gedanken und befürwortet eine Bewerbung grundsätzlich. Patrick Fischer, Co-Fraktionsvorsitzender: “Wir sind überzeugt: Olympia kann internationale Verständigung in unserem durch die kulturelle Vielfalt geprägten Bezirk fördern und Stadtentwicklung – insbesondere dringend notwendige Mobilitätsprojekte – beschleunigen. Für Altona gilt aber besonders deutlich: Olympia darf kein Selbstzweck sein. Der Bezirk muss dauerhaft profitieren – sozial, ökologisch und infrastrukturell.”
Die Volt Fraktion Altona fordert den Senat auf, das bestehende Konzept zu konkretisieren und weiterzuentwickeln. Für die Realisierung von Olympia in Hamburg-Altona ist für uns entscheidend.:
- Volkspark schützen und intelligent weiterentwickeln
Der Altonaer Volkspark ist eine der wichtigsten Grünflächen Hamburgs und Naherholungsraum für zehntausende Menschen. Deshalb darf Olympia dort nicht zu Lasten von Natur, Aufenthaltsqualität oder Biodiversität gehen.
Ein nachhaltiges Olympia für Altona bedeutet:

- Neubauten, insbesondere die neue Multifunktionsarena, nur auf bereits vorbelasteten oder versiegelten Flächen
- Kein Eingriff in wertvolle Grün- und Waldflächen
- Ausgleichsmaßnahmen mit echtem ökologischen Mehrwert durch Entsiegelung an anderer Stelle im Bezirk
Wir sehen den nordwestlich des Volksparkstadions vorgesehenen Neubau der Multifunktionsarena kritisch, da die bisherigen Konzeptionierungen nicht verdeutlichen können, wie an das Parkplatzgelände A angrenzende wertvolle Baumbestände gesichert werden können. Die Kompensation von Fällungen durch “Nachverdichtung” mit Ersatzpflanzungen im Volkspark lehnen wir ab. Neu versiegelte Fläche kann nicht durch Verdichtung benachbarter Grünflächen kompensiert werden, sondern allenfalls durch Entsiegelung und Aufwertung neuer Grünflächen. Sollte keine Realisierung des Arena-Neubaus auf bereits versiegelten Flächen möglich sein, fordern wir eine alternative Standortprüfung auf bereits versiegelter Fläche, etwa im Bereich der City-Nord.
- Bessere Mobilität für Bewohner*innen, nicht nur für Eventtage
Heute ist das Umfeld von Volksparkstadion und Barclays Arena bei Großveranstaltungen oft überlastet. Wenn Olympia nach Altona kommt, muss sich die Mobilität spürbar verbessern – auch im Alltag.
Dazu gehören:
- barrierefreier und leistungsfähigerer ÖPNV nach Bahrenfeld, Lurup und Osdorf durch U5 und S6
- sichere Radinfrastruktur in Richtung und um den Volkspark
- Verkehrslenkung, die Wohnstraßen schützt
- Klimasoziale Stadtentwicklung
Für die Volt-Fraktion Altona gilt: Ein Olympisches Dorf in der Science City Bahrenfeld kann ein Gewinn sein – wenn es als zukunftsfähiger Stadtteil entwickelt wird und endlich mit neuen Strategien die Anforderungen aus gesellschaftlichen und klimatischen Transformationsprozessen beantwortet werden.
Schlüsselbausteine sind für die Volt-Fraktion:
- Die frühestmögliche Fertigstellung und der Bezug mit unbefristeten Mietverträgen Anfang der 2030er Jahre wird nicht durch ein Olympisches Dorf verzögert
- 60 % geförderte Wohnungen mit mindestens 100-jähriger Bindung
- vielfältige und inklusive Wohnformen, auch Clusterwohnungen
- verbindliche Flächen in allen B-Plänen für Nachbarschafts-, Jugend- und Veranstaltungsräume
- inklusive, generationenübergreifende Aufenthalts- und Bewegungsflächen
- wohnortnahe Sharing-, Maker- und Ressourcen-Netzwerke mit gesicherter Betreuung
- quartiersbezogener Sozialfonds und tragfähige Betreiberstrukturen
- genossenschaftlich organisierte Nahversorgung
- gemeinschaftlich nutz- und gestaltbare Grünflächen
- ein definierter Anteil an Räumen für Kleingewerbe und Gastronomie zu bezahlbaren Konditionen
- Finanzen und Transparenz
Akzeptanz entsteht nur durch Ehrlichkeit. Deshalb müssen auch für Altona alle Auswirkungen offen benannt werden:
- Bau- und Infrastrukturkosten aller Wettbewerbsstätten
- Sicherheitskosten
- Verkehrsfolgekosten
- Umweltfolgekosten
- Nachnutzungskonzepte, insbesondere das “alte” Volksparkstadion
Olympia kann für Altona ein echter Gewinn werden: neue Wohnungen, bessere Mobilität, internationale Sichtbarkeit, Investitionen in Sport und Infrastruktur. Aber das passiert nicht automatisch. Die Lücken im bestehenden Konzept in puncto Nachhaltigkeit und Finanzierung sehen wir kritisch. Noch nicht bezifferbare Ausgaben bewusst rauszulassen, aber bereits jetzt mit einer positiven Finanzbilanz für Olympia werben, ist irreführend.
Hanna Schmidt, Co-Fraktionsvorsitzende: “Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Olympia kommt, sondern wie. Wenn Altona nach den Spielen grüner, gerechter, besser angebunden und sozial stärker ist, dann ist Olympia nachhaltig. Wenn nur neue Belastungen bleiben, wäre die Chance vertan.”
Die Volt-Fraktion Altona sagt deshalb: Ja zu Olympia – aber nur mit echtem Mehrwert für Altona.
